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Diese EN-Normen sollten Sie bei Arbeitskleidung kennen

Ob in Industrie, Handwerk, Handel oder Bau: Arbeitskleidung unterliegt einer extremen Beanspruchung und muss dabei branchenabhängig ganz unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Während Arbeitskleidung in erster Linie dem Schutz vor Schmutz und Verschleiß dient, ist Schutzkleidung Teil der PSA und unterliegt verbindlichen Normen, die konkrete Gefährdungen abdecken – vom Wetterschutz bis hin zum Schutz vor Chemikalien, Hitze oder elektrischen Gefahren. Welche EN-Normen dafür verantwortlich sind, wie sie sich unterscheiden und worauf Sie als Arbeitgeber besonders achten müssen, lesen Sie hier!

Arbeitskleidung nach EN 343 als Regenschutz

EN 343 – Schutz gegen Regen

Wer einen Großteil seines Arbeitstages draußen verbringt, ist auf verlässliche Wetterschutzkleidung angewiesen. Damit Arbeitskleidung vor Regen, Wind und Kälte schützt, gibt es für sie Normen wie die EN 343. Entscheidend ist hier die Schutzklasse, der die Berufsbekleidung zugeordnet wird. Sie ist relevant dafür, wie gut einzelne Kleidungsstücke vor Wasser und Wind schützen. Eine Schlüsselfunktion nimmt das Material ein.

Die EN 343 gibt Auskunft über die Wasserdichtigkeit und die Atmungsaktivität der Arbeitskleidung. Je höher der Wasserdurchgangswiderstand (WP), desto besser schützt die Kleidung vor Nässe. Ein niedriger Wasserdampfdurchgangswiderstand (Ret) sorgt zugleich für Tragekomfort, da Feuchtigkeit von innen entweichen kann. Arbeitskleidung, die die Normen der EN 343 erfüllt, eignet sich für den Einsatz in regnerischen sowie stürmischen Arbeitsumgebungen und kommt demnach bevorzugt im Bauwesen und bei Außenarbeiten zum Einsatz.

Hochsichtbare Warnkleidung nach EN 20471

Normen für Ihre Arbeitskleidung: EN 20471 definiert hochsichtbare Warnkleidung

Gerade bei Arbeiten im Straßenverkehr oder in der Dämmerung sowie in Räumen mit schwierigen Lichtverhältnissen ist es wichtig, dass Mitarbeiter rechtzeitig gesehen werden. Spezielle Arbeitskleidung leistet hier einen wichtigen Beitrag. Die EN 20471 stellt mit konkreten Anforderungen sicher, dass hochsichtbare Warnkleidung hält, was sie verspricht.

  • Warnschutzklassen: Die Norm definiert abhängig vom Arbeitsumfeld verschiedene Schutzklassen (1–3). Je höher die Warnschutzklasse, desto auffälliger und sicherer ist die Kleidung.
  • Materialien: Die EN 20471 schreibt reflektierende Materialien vor, die bei Dunkelheit die Sicherheit erhöhen.

Hochsichtbare Warnkleidung ist im Straßenbau, bei Verkehr und Logistik das Mittel der Wahl. Sie kommt aber auch dort zum Einsatz, wo die Sichtbarkeit durch enge Räume oder schlechte Beleuchtung eingeschränkt ist.

Schutzkleidung Typ 6 nach EN 13034 gegen flüssige Chemikalien

Arbeitskleidung nach EN 13034: Normen zum Schutz gegen chemische Gefährdungen

Flüssige Chemikalien stellen ein besonderes Risiko dar. Um Mitarbeiter zu schützen, gibt es die EN 13034. Sie beschreibt Anforderungen an Schutzkleidung des Typs 6, die bei geringem Risiko eingesetzt wird, und bietet eingeschränkten Schutz vor Spritzern und Sprays bestimmter flüssiger Chemikalien.

Geprüft werden die Abweisung und das Durchdringen der Flüssigkeit durch das Material. Kleidung nach EN 13034 wird vor allem in der Abfallwirtschaft, im Reinigungswesen oder in der chemischen Industrie verwendet. Wichtig ist, dass die Schutzwirkung durch Pflege und Nachimprägnierung regelmäßig erhalten bleibt.

Hitzebeständige Schutzkleidung nach EN ISO 11612

EN ISO 11612 für Schutz gegen Hitze und Flammen

Gerade bei Schweißarbeiten, aber auch im Maschinenbau und bei der Metallverarbeitung sind Mitarbeiter mitunter enormer Hitze ausgesetzt. Die EN ISO 11612 legt fest, welche Anforderungen Arbeitskleidung erfüllen muss, um zuverlässig gegen Hitze- und Flammeneinwirkung zu schützen.

Dank hitzebeständiger Stoffe, die vor Verbrennungen schützen, schirmt diese Arbeitskleidung zuverlässig vor hohen Temperaturen und offenen Flammen ab. Unabhängig von weiteren Normen finden Sie hier verschiedene Leistungsstufen, etwa gegen konvektive und Strahlungswärme, Kontaktwärme oder Metallspritzer.

Antistatische Schutzkleidung nach EN 1149

EN 1149 definiert Grundlagen für einen zuverlässigen Schutz vor elektrostatischer Entladung

Sowohl in der Elektronik als auch in verschiedenen explosionsgefährdeten Bereichen sind Mitarbeiter den Risiken der elektrostatischen Entladung ausgesetzt. Damit Arbeitskleidung einen soliden Schutz vor statischer Aufladung bietet, gibt es die EN 1149.

Die verarbeiteten Stoffe verhindern entweder elektrostatische Entladungen oder leiten diese ab. Schutzkleidung nach EN 1149 wird insbesondere in der Petrochemie, in Silos, Mühlen oder bei Arbeiten mit empfindlicher Elektronik eingesetzt. Wichtig: Die Schutzwirkung entfaltet sich nur, wenn Beschäftigte zusätzlich leitfähiges Schuhwerk tragen und so geerdet sind.

Schweißerschutzkleidung nach EN ISO 11611

EN ISO 11611 – Schweißen und verwandte Verfahren

Die EN ISO 11611 richtet sich speziell an Schweißer und ähnliche Berufe. Sie legt Anforderungen an Materialien und Verarbeitung der Arbeitskleidung fest, um vor Metallspritzern, kurzzeitiger Flammen- und Wärmestrahlung zu schützen.

Unterschieden wird zwischen zwei Klassen: Klasse 1 für geringere Risiken, Klasse 2 für Arbeiten mit höherer Funken- und Hitzebelastung. Typische Einsatzbereiche sind Schweißereien, Schlossereien und metallverarbeitende Betriebe.

Schutzkleidung gegen Störlichtbogen nach EN/IEC 61482

EN/IEC 61482 – Schutz vor Störlichtbogen

Arbeiten an elektrischen Anlagen bergen die Gefahr eines Störlichtbogens. Die EN/IEC 61482 definiert Anforderungen an Kleidung, die thermischen Gefahren durch Lichtbögen standhält.

Es gibt zwei Prüfverfahren: den Box-Test, der die Kleidung unter praxisnahen Kurzschlussbedingungen testet, und den Arc-Rating-Test, der Kennwerte wie ATPV oder ELIM bestimmt. Einsatzbereiche sind u. a. Energieversorger, Industrie und Schaltanlagenbau.

Kälteschutzkleidung nach EN 14058

EN 14058 – Schutz gegen kühle Umgebungen

Für Arbeiten bei niedrigen Temperaturen oder in zugiger Umgebung gilt die EN 14058. Sie bewertet u. a. den Wärmedurchgangswiderstand sowie die Luftdurchlässigkeit der Arbeitskleidung.

Je nach Klassifizierung schützt sie vor Auskühlung und erhöht den Tragekomfort in kühlen Arbeitsbereichen. Typische Einsatzfelder sind Lager, Logistikzentren oder Tätigkeiten im Freien bei Temperaturen bis −5 °C.

Schutzkleidung mit begrenzter Flammausbreitung nach EN ISO 14116

EN ISO 14116 – begrenzte Flammausbreitung

Die EN ISO 14116 ist für Situationen vorgesehen, in denen ein kurzer Kontakt der Arbeitskleidung mit Flammen auftreten kann. Sie stellt sicher, dass Materialien nicht weiterbrennen oder schmelzen.

Die Norm unterscheidet drei Schutzindizes, wobei Index 3 die höchste Stufe darstellt. Arbeitskleidung nach EN ISO 14116 wird oft als Unter- oder Zusatzkleidung eingesetzt, wenn ergänzend weitere Gefährdungen bestehen.

EN 14404 – Knieschutz bei knienden Tätigkeiten

Wer regelmäßig im Knien arbeitet, zum Beispiel im Baugewerbe oder in der Montage, benötigt zusätzlichen Schutz der Knie. Die EN 14404 legt Anforderungen an Knieschutzsysteme fest, die Verletzungen durch harte Untergründe und Langzeitschäden vorbeugen. Je nach Bauart können Knieschoner fest in Hosen integriert oder als separate Polster getragen werden.

Arbeitskleidung kombiniert häufig verschiedene Normen

In der Praxis gibt es nicht unbedingt eine klare Differenzierung zwischen den Normen, vielmehr werden diese miteinander kombiniert, dass der bestmögliche Schutz für die Mitarbeiter gewährleistet ist. Welche Normen im Einzelfall relevant sind, hängt immer von den konkreten