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Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren

Anwendungsbereich

Diese Norm legt Prüfverfahren und Leistungsanforderungen zur Schutzkleidung für Personen beim Schweißen sowie bei verwandten Verfahren mit vergleichbaren Risiken fest. Die Kleidung schützt den Träger gegen kleine geschmolzene Metallspritzer, gegen kurzzeitigen Kontakt mit Flammen sowie gegen Strahlungswärme aus dem Lichtbogen. Schweißerschutzkleidung selbst schützt nicht gegen Körperdurchströmung.

Der Codebuchstabe A im Piktogramm
Beflammung von Materialien und Nähten nach EN 15025
A1: Flächenbeflammung 10 Sek.
A2: Kantenbeflammung 10 Sek.

EN ISO 11611

Klassifizierung

Klasse 1 (niedrige Klasse) bietet Schutz gegen weniger gefährdende Schweißverfahren und Arbeitsplatzsituationen mit weniger Schweißspritzern und niedrigerer Strahlungswärme. Beständigkeit gegenüber Metalltropfen bis zu einer Temperaturerhöhung um 40° K auf der Probenrückseite: 15 bis 24 Tropfen und Wärmedurchgangsindex RHTI ≥ 7 Sek. (für 24 °C).


Klasse 2 (höhere Klasse) bietet Schutz gegen stärker gefährdende Schweißverfahren und Arbeitsplatzsituationen mit mehr Schweißspritzern und stärkerer Strahlungswärme. Beständigkeit gegenüber Metalltropfen bis zu einer Temperaturerhöhung um 40° K auf der Probenrückseite: > 25 Tropfen und Wärmedurchgangsindex RHTI  16 Sek. (für 24 °C).

Einsatzgebiete Klasse 1

bezogen auf das Verfahren. Manuelle Schweißtechniken mit Bildung von Schweißspritzern und Metalltropfen:

bezogen auf die Umgebungsbedingungen. Betrieb von Maschinen, z. B.:

  1. Gasschmelzschweißen
  2. MIG-Schweißen mit Schwachstrom
  3. Mikroplasmaschweißen
  4. Hartlöten
  5. Punktschweißen
  6. MMA-Schweißen
  1. Sauerstoffschneidemaschinen
  2. Plasmaschneidemaschinen
  3. Widerstands-Schweißmaschinen
  4. Maschinen für thermisches Sprühschweißen
  5. Werkbankschweißen

Einsatzgebiete Klasse 2

bezogen auf das Verfahren. Manuelle Schweißtechniken mit Bildung von Schweißspritzern und Metalltropfen:

 bezogen auf die Umgebungsbedingungen



  1. MMA-Schweißen
  2. MIG-Schweißen mit Schwachstrom
  3. selbstschützendes Fülldraht-Lichtbogenschweißen
  4. Plasmaschweißen
  5. Fugenhobeln
  6. Sauerstoffschneiden
  7. thermisches Sprühschweißen
  1. Betrieb von Maschinen
  2. enge Räume
  3. Überkopfschweißen oder -schneiden oder Arbeiten in vergleichbaren Zwangshaltungen 

Schutzkleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen

 

Anwendungsbereich

Mit dieser Norm werden Leistungsanforderungen an Kleidung festgelegt, die aus flexiblen Materialien besteht und zum Schutz des Körpers, ausgenommen der Hände, von Personen gegen Hitze und/ oder Flammen vorgesehen ist. Die Leistungsanforderungen gelten für Kleidung, die für einen weiten Bereich von Anwendungen vorgesehen ist, bei der es zur begrenzten Flammausbreitung kommen kann oder bei der der Träger Strahlungswärme, konvektiver Hitze oder Kontaktwärme oder Spritzern geschmolzenen Metalls ausgesetzt ist.

 Der Codebuchstabe A im Piktogramm

Die Codebuchstaben geben die erfüllte Klasse an: Je höher die Klasse, desto höher ist der gewährleistete Schutz.

EN ISO 11612

Klassifizierung

Codebuchstabe A: Beflammung von Materialien und Nähten nach EN 15025 A1: Flächenbeflammung 10 Sekunden A2: Kantenbeflammung 10 Sekunden

 

Codebuchstabe B: Schutz gegen konvektive Wärme (ISO 9151) Diese höhere Klasse bietet Schutz gegen stärker gefährdende Schweißverfahren und definierte Beflammung der Oberseite des Materials, dabei wird festgelegt, wie lange es dauert, bis die Temperatur an der Rückseite um 24°C gestiegen ist (= Verbrennung 2. Grades). B1 bis B3.

 

Codebuchstabe C: Schutz gegen Strahlungshitze (ISO 6942 Verfahren B) Festgestellt wird, wie lange es dauert, bis eine Verbrennung 2. Grades entsteht, wenn das Material einer Wärmestrahlung von 20 kW/qm ausgesetzt wird. C1 bis C4.

 

Codebuchstabe D: Schutz gegen flüssiges Aluminium (ISO 9185) Die Mindestmenge des flüssigen Aluminiums wird auf das Material ausgegossen. Nach vier aufeinander folgenden Testversuchen darf ein PVC-Film (simulierte Haut) an der Unterseite keine Schäden aufweisen. D1bis D3.

 

Codebuchstabe E: Schutz gegen flüssiges Eisen (ISO 9185) Die Mindestmenge des flüssigen Eisens wird auf das Material ausgegossen. Nach vier aufeinander folgenden Testversuchen darf ein PVC-Film (simulierte Haut) an der Unterseite keine Schäden aufweisen. E1 bis E3.

 

Codebuchstabe F: Kontaktwärme (ISO 12127) Prüfung zum Schutz gegen Kontaktwärme bei einer Temperatur von 250°C. F1 bis F3.

Schutzkleidung, die dieser Norm entspricht, muss die Anforderungen an die begrenzte Flammausbreitung (Codebuchstabe A) und mindestens einen der Codebuchstaben für den Wärmedurchgang (Codebuchstaben B bis F) erfüllen.

 

Einsatzgebiete

Mit Code D und E. Die Kleidung ist geeignet für Arbeiten in Gießereien, teilweise mit Ergänzung von aluminisierter Schutzkleidung. In Kombination mit ableitfähigen Komponenten ist die Kleidung tragbar an z.B. Flughäfen, Petrochemie, Raffinerie, Zementwerk usw. Die Kleidung ist nicht für den Einsatz bei ständigen Flexarbeiten geeignet.

 

 

 

 

Schutz gegen Hitze und Flammen - Materialien, Materialkombinationen und Kleidung mit begrenzter Flammausbreitung

 

 Anwendungsbereich

Diese Norm legt die Leistungsanforderungen an Material, Materialkombinationen und Schutzkleidung für begrenzte Flammausbreitung fest, um die Möglichkeit einzuschränken, dass die Kleidung anfängt zu brennen. Es wird von einem unbeabsichtigten, kurzen Kontakt mit einer kleinen Flamme und keiner bedeutsamen Gefährdung durch Hitze sowie der Abwesenheit anderer Wärmequellen ausgegangen. Wenn zusätzlich zum Schutz gegen die Flammausbreitung oder zum Schutz gegen andere Gefährdungen durch Hitze erforderlich ist, dann sind andere Normen, z. B. EN ISO 11612, eher geeignet. 

EN 14116

 

Klassifizierung

Die Klassifizierung erfolgt in 3 Klassen (Index 1 bis Index 3). Prüfung der Flammausbreitung nach ISO 15025 Verfahren A. Für dies Norm gibt es kein Piktogramm. Der Index der begrenzten Flammausbreitung muss ohne HInweise zur Pflege angegeben werden.

   

Serie Schutzkleidung - elektrostatische Eigenschaften

Anwendungsbereich

Die Norm legt die Anforderungen für Werkstoffe und die Ausführung für elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung fest. 1149-1 Materialprüfverfahren Oberflächenwiderstand, 1149-2 Materialprüfverfahren Durchgangswiderstand, 1149-3 Prüfverfahren für die Messung des Ladungsabbaus, 1149-4 Prüfverfahren für ganze Kleidungsstücke (in Bearbeitung), 1149-5 Leistungsanforderungen an Material und Konstruktionsanforderungen

DIN EN 1149

en_1149_3

Einsatzgebiete

Schutzkleidung zur Vermeidung zündfähiger Entladung in explosionsgefährdeten Bereichen aus Luft-Gas-Gemischen (Raffinerien, Tanklager) oder Luft-Staub-Gemischen (Mühlen, Misch- und Förderanlagen, Silos). Die elektrostatische Ableitfähigkeit ist nur bei sicherer Erdung der Person gewährleistet, z. B. durch entsprechendes Schuhwerk nach EN ISO 20345.

Arbeiten unter Spannung - Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens

Anwendungsbereich

Diese Norm beschreibt das Verfahren zur Prüfung von Materialien und Kleidungsstücken für hitzebeständige und flammhemmende Schutzkleidung für Personen, die elektrischen Lichtbögen ausgesetzt sind. Es wird ein gerichteter Prüflichtbogen in einem Niederspannungsstromkreis verwendet.

Dieser sogenannte Box_Test simuliert die Risiken einer Unfallsituation, wie sie bei Arbeiten unter Spannung an elektrischen Schaltanlagen entstehen.

Diese Schutzkleidung ist keine elektrisch isolierende Schutzkleidung gemäß EN 50286. Der vollständige Personenschutz erfordert zudem zusätzliche geeignete Schutzausrüstung wie Schutzhelm/Visier und Schutzhandschuhe.

DIN EN 61482-1-2

Rofa

Klassifizierung

Es werden zwei Schutzklassen geprüft. Die Lichtbogendauer beträgt für beide Prüfklassen 500 ms.
Klasse 1: Prüfstrom 4 kA / 0,5 s
Klasse 2: Prüfstrom 7 kA / 0,5 s

Gleichzeitig wird die Wärmedurchgangsenergie ermittelt. Deren Wert muss unterhalb der Stoll-Kurve liegen, um den Schutz gegen Verbrennungen zweiten Grades zu gewährleisten.


Weitere Anforderungen sind:

Nachbrennzeit < 5 s
Kein Durchschmelzen zur Innenseite
Keine Lochbildung größer als 5 mm im Durchmesser in der innersten Schicht


Einsatzgebiete

Bei Arbeiten im Niederspannungsbereich, z. B. an Hausanschlusskästen, Ortsnetzstationen oder vergleichbaren Energieversorgungsanlagen.

Schutzkleidung - Allgemeine Anforderungen

Diese Norm legt allgemeine Leistungsanforderungen an die Ergonomie, die Unschädlichkeit, die Größenbezeichnung, die Alterung, die Verträglichkeit und die Kennzeichnung von Schutzkleidung fest, die der Hersteller mit der Schutzkleidung mitliefern muss.

DIN EN 340