Schutzkleidungsnormen für PSA im Überblick
Welche Schutzkleidung erforderlich ist, hängt von den Gefährdungen am jeweiligen Arbeitsplatz ab. Unterschiedliche Normen definieren Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA) – zum Beispiel für Arbeiten mit Hitze und Flammen, beim Schweißen, bei Störlichtbogengefahr, im Umgang mit Chemikalien oder bei Tätigkeiten mit erhöhtem Sichtbarkeitsbedarf.
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die für das ROFA-Sortiment relevanten Schutzkleidungsnormen. Über die einzelnen Normen erfahren Sie mehr über Schutzbereiche, Kennzeichnungen, Leistungsstufen und typische Einsatzgebiete.
Welche Norm ist für welchen Schutzbereich relevant?
Je nach Tätigkeit und Gefährdung können unterschiedliche Anforderungen an Schutzkleidung gelten. Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Orientierung. Welche Schutzfunktionen und Leistungsstufen tatsächlich erforderlich sind, ergibt sich aus der jeweiligen Gefährdungsbeurteilung.
Hitze & Flammen
EN ISO 11612
Schutz bei thermischen Risiken wie Flammenkontakt, Strahlungswärme oder Metallspritzern.
Schweißen
EN ISO 11611
Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren.
Elektrischer Störlichtbogen
IEC / EN 61482
Schutz vor den thermischen Gefahren eines elektrischen Störlichtbogens.
Flüssige Chemikalien
EN 13034 Typ 6
Begrenzter Schutz gegen leichte Spritzer und flüssige Chemikalien.
Warnschutz
EN ISO 20471
Anforderungen an hochsichtbare Warnschutzkleidung für bessere Erkennbarkeit.
Elektrostatische Eigenschaften
EN 1149
Anforderungen an elektrostatisch ableitfähige Schutzkleidung.
Begrenzte Flammausbreitung
EN ISO 14116
Schutz bei kurzem und unbeabsichtigtem Kontakt mit kleinen Flammen.
Regen & Wetterschutz
EN 343
Anforderungen an Schutzkleidung gegen Niederschlag und feuchte Witterungsbedingungen.
Kühle Umgebungen
EN 14058
Schutzkleidung für Arbeiten in kühler und zugiger Umgebung.
UV-Schutz
EN 13758-2 / UV STANDARD 801
Bewertung und Kennzeichnung des UV-Schutzes von Bekleidung und Materialien.
Grundlagen für Schutzkleidung und PSA
Neben den Normen für einzelne Schutzfunktionen gelten übergeordnete Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung und Schutzkleidung. Sie bilden die Grundlage für Prüfung, Kennzeichnung und den sicheren Einsatz der Bekleidung.
PSA-Verordnung (EU) 2016/425
Die europäische PSA-Verordnung legt grundlegende Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung fest. Je nach Art und Höhe der Gefährdung gelten unterschiedliche Anforderungen an Prüfung, Zertifizierung und Überwachung.
EN ISO 13688 – allgemeine Anforderungen
Die EN ISO 13688 beschreibt allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung, zum Beispiel hinsichtlich Ergonomie, Größenbezeichnung, Kennzeichnung und Herstellerinformationen. Sie wird gemeinsam mit Normen angewendet, die konkrete Schutzleistungen definieren.
Was bedeutet Multinorm bei Schutzkleidung?
An vielen Arbeitsplätzen treten mehrere Gefährdungen gleichzeitig auf. Beschäftigte können beispielsweise Hitze und Flammen, einem elektrischen Störlichtbogen oder elektrostatischer Aufladung ausgesetzt sein. In solchen Fällen kann Schutzkleidung erforderlich sein, die mehrere Schutzfunktionen miteinander kombiniert.
Multinorm-Schutzkleidung kann die Anforderungen verschiedener Schutzkleidungsnormen in einem Bekleidungskonzept vereinen. Welche Kombination tatsächlich benötigt wird, richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Arbeitsplatzes.
Die erfüllten Normen, Schutzklassen und Leistungsstufen können sich je nach Artikel unterscheiden und sollten deshalb immer anhand der jeweiligen Produktinformationen geprüft werden.
Mehr über Multinorm-Schutzkleidung erfahren →Schutzfunktionen auf einen Blick: die ROFA Piktogrammlasche
Bei zahlreichen ROFA Kollektionen sind die zertifizierten Schutzfunktionen auf einer praktischen Piktogrammlasche zusammengefasst. So lassen sich die relevanten Schutzfunktionen direkt am Kleidungsstück erkennen.
Im Gefahrenbereich wird die Lasche geschützt in der dafür vorgesehenen Tasche getragen.
Mehr über die ROFA Piktogrammlasche erfahren →Wie finde ich die passende Schutzkleidung?
Welche Schutzkleidung für einen Arbeitsplatz geeignet ist, lässt sich nicht allein anhand einer Norm bestimmen. Entscheidend sind die konkreten Tätigkeiten, Gefährdungen und Anforderungen im Arbeitsalltag. Die Gefährdungsbeurteilung bildet dabei die Grundlage für die Auswahl der erforderlichen Schutzfunktionen und Leistungsstufen.
1. Gefährdungen ermitteln
Welche Risiken bestehen bei der Tätigkeit? Dazu können beispielsweise Hitze und Flammen, Störlichtbogen, Chemikalien oder mangelnde Sichtbarkeit gehören.
2. Schutzanforderungen bestimmen
Aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben sich die relevanten Normen sowie die erforderlichen Schutzklassen oder Leistungsstufen.
3. Passende Bekleidung auswählen
Neben dem erforderlichen Schutz spielen auch Passform, Tragekomfort, Bewegungsfreiheit, Ausstattung und die Bedingungen im täglichen Einsatz eine wichtige Rolle.
Persönliche Beratung
Sie sind unsicher, welche Schutzkleidung zu Ihren Anforderungen passt? Unsere Außendienstmitarbeiter sind deutschlandweit für Sie im Einsatz und unterstützen Sie bei der Auswahl passender Schutzfunktionen, Kollektionen und Bekleidungslösungen.
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